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In Hannover wurde die Jüdische Bibliothek eröffnet
Seit dem 10. Mai lädt die Jüdische Bibliothek Hannover in Leinhausen interessierte Menschen dazu ein, jüdisches Denken kennenzulernen, sich über jüdische Autoren zu informieren oder in die Literatur des Judentums einzutauchen. Zur feierlichen Eröffnung der neuen Kultureinrichtung sprachen die niedersächsische Kulturministerin, Johanna Wanka, Regionspräsident Hauke Jagau und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil Grußworte. Außerdem waren zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und viele jüdischen sowie nichtjüdische Gästen zu einem Empfang eingeladen. Initiiert und ausgestattet wurde die Bibliothek in der Fuhsestraße 6 im Kultur- und Gemeindezentrum der Liberalen Jüdischen Gemeinde von der Israel-Jacobson-Gesellschaft. «Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Juden und nicht Juden, die über drei Jahre in geduldiger Kleinarbeit ehrenamtlich auf diesen Tag hingearbeitet haben», sagte Kay Schweigmann- Greve, Vorsitzender der Israel Jacobson Gesellschaft. «Unsere Bibliothek ist einerseits ein Ort des kulturellen Gedächtnisses für die reiche jüdische Tradition, Kultur und Geschichte, andererseits Zeichen für deren Erneuerung und Lebendigkeit nach den Zerstörungen der Nazizeit. Deshalb haben wir auch den 10. Mai, als im Jahr 1933 auch in Hannover die Bücher brannten, als Tag für unsere Eröffnung gewählt.» 4.000 Bücher sind derzeit im Bestand der Bibliothek, 20.000 sollen es einmal werden. Das Angebot reicht von jüdischer Traditionsliteratur wie Talmud und Midrasch über Belletristik jüdischer Autoren, zahlreichen Biografien und Autobiografien bis hin zu jüdischen Kochbüchern. Neulingen in Sachen Judentum bietet die Bibliothek Einführungsliteratur in jüdisches Denken sowie über Fest und Alltag jüdischen Lebens, eine «rote Ecke» lädt Kinder zum Lesen jüdischer Kinderbücher ein. Eine besondere Perspektive auf die deutsch-jüdische Geschichte bietet eine große Sammlung von Augenzeugenberichten jüdischer Überlebender des Holocausts. Die Vielgestaltigkeit der jüdischen Kultur spiegelt sich auch in der Mehrsprachigkeit der Bibliothek wieder: Neben deutschsprachigen Medien findet man Bücher, CDs und DVDs in den Sprachen Hebräisch, Jiddisch und Russisch, denn die Bibliothek will auch russischsprachige Zuwanderer ansprechen. Ergänzt wird das Angebot durch ein Kulturprogramm mit Lesungen, Vorträgen und Filmvorführungen rund ums Judentum sowie einem russischsprachigen Seminar zur deutsch-jüdischen Geschichte. Die Jüdische Bibliothek Hannover wird auf der Grundlage des «Lokalen Integrationsplanes » der Landeshauptstadt Hannover gefördert und fachlich von der Stadtbibliothek betreut. «Ohne die engagierte und kompetente Beratung der Stadtbibliothek wären wir nicht so weit gekommen» sagte Alisa Bach, stellvertretende Vorsitzende der Israel Jacobson Gesellschaft: «Wir freuen uns, gemeinsam mit anderen fremdsprachigen Bibliotheken in der Stadt außerdem am Aufbau der „Internationalen Bibliothek Hannover“ mitwirken zu können, einem Projekt, das die kulturelle Vielfalt und Internationalität Hannovers fördert und dazu beiträgt, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft in Hannover wohl fühlen und einander begegnen.» Ausgestattet wurde die Jüdische Bibliothek Hannover überwiegend mit Hilfe privater Spenden. Für die Zukunft hofft die Israel-Jacobson-Gesellschaft jedoch, mit öffentlichen Förderungen und der Unterstützung von Sponsoren den Bestand systematisch erweitern zu können. Weitere Informationen über die Bibliothek erteilt Kristina Geyer unter der E-Mailadresse info@israel-jacobson-gesellschaft.de. JZ
Montag, Mittwoch: 15 bis 18 Uhr, Freitag: 17 bis 18.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Fuhsestraße 6, 30419 Hannover Stadtbahnlinien 4,5 (Haltestelle Stadtfriedhof Stöcken) |