Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Der soziale Aspekt steht im VordergrundDer Verband Jüdischer Studenten in Bayern
Maria Livni stammt ursprünglich aus Odessa und kam im Alter von 13 Jahren nach München, ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre hatte sie gerade mit einem Diplom abgeschlossen. Dima Dobrovinsky kam elfjährig aus Kharkov (ebenfalls Ukraine) und studiert Wirtschaftsinformatik. Weitere Vorstandsmitglieder sind Ilja Krasnov, Lea Rajwich und Eliott Reich.
Blick in die Satzung Um die Arbeit des VJSB zu verstehen, mag ein Blick in die derzeit gültige Satzung vom 30. April 2008 hilfreich sein. So richtet sich der «ausschließlich gemeinnützige Ziele» verfolgende und beim Amtgericht München eingetragene Verband zwar «an die der jüdischen Religion und Kultur interessierten bayerischen Studenten», also an Studenten aller Konfessionen. Ordentliche Mitglieder werden können jedoch nur «jüdische Studenten (nach Halacha) einer bayerischen Hochschule» und «Mitglieder bayerischer jüdischer Gemeinden im Alter zwischen 18 und 35 Jahren». Der Studentenverband ist somit nicht nur auf formell eingeschriebene Studenten beschränkt. Auch sämtlichen anderen Personen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen, steht zudem die «außerordentliche Mitgliedschaft» offen. Der fünfköpfige Vorstand muss jedoch aus ordentlichen Mitgliedern bestehen, wenngleich die gesamten anwesenden Mitglieder den Vorstand wählen. Auf die Mitgliedschaft im VJSB angesprochen, antworten Livni wie auch Dobrovinsky entwaffnend, eine Mitgliedskartei gebe es eigentlich überhaupt nicht. Man kenne sich einfach und im Zeitalter von sozialen Internetforen sei das auch gar nicht mehr notwendig. Die «Mitglieder» könne man heutzutage relativ einfach über Mitteilungen, etwa über «Facebook» erreichen; eine Einladung beispielsweise zur alljährlich stattzufindenden Mitgliederversammlung per E-Mail ist ja, wie betont wird, gemäß Satzung «ausdrücklich erlaubt». Schließlich, so argumentiert Dobrovinsky, würden viele potentiell Interessierte durch eine mögliche «Vereinsmeierei», sprich dem Pochen auf Satzungsgenauigkeit, eher abgeschreckt, wobei man das eigentliche Ziel aus den Augen verliere, möglichst viele jüdische Studenten unter ein Dach zu bringen. Trotzdem wolle er persönlich, soweit er in den kommenden Jahren weiterhin mitverantwortlich sein solle, «etwas mehr auf die Umsetzung der Satzung» schauen.
Beachtliche Liste an Aktivitäten Livni und Dobrovinsky sind seit Dezember 2010 im Amt und legen eine durchaus beachtliche Liste von Aktivitäten über das nun abgelaufene Amtsjahr vor. Als sehr wichtige regelmäßige Aktivität entpuppte sich unter der Leitung des Rabbinats der IKG München der jeweils erste Schabbat eines Kalendermonats. Hier werde «die Möglichkeit geboten, in einer gemütlichen Atmosphäre beim koscheren Essen jüdische Tradition auszuleben». Eine Voranmeldung zu einem solchen bereits von vorigen Vorständen initiierten «Erev Schabbat » ist notwendig, was den Verantwortlichen die Möglichkeit gibt, bei Platzbeschränkung «ordentlichen Mitgliedern» etwa gegenüber Erwachsenen jenseits der Altersgrenze von 35 Jahren eine Präferenz zu gewähren. Waren anfangs nur jeweils eine Handvoll Teilnehmer zu verzeichnen, zählte man bei einer der letzten Veranstaltungen im Restaurant «Einstein » unter der Leitung des Jugendrabbiners immerhin knapp 80 Teilnehmer, die jeweils fünf Euro Beitrag – selbstverständlich im Voraus – zu berappen hatten. Diese Steigerung überraschte nach eigenen Worten selbst den VJSB-Vorstand. Mitunter finden die Treffen auch unter der Leitung des Chabad-Rabbiners Yisroel Diskin in der Possartstraße nahe des Prinzregentenplatzes statt. Jeweils am ersten Donnerstag eines Monats trifft man sich in einer Bar zu einem Feierabendtreffen, um soziale Kontakt zu erneuern oder zu festigen. Einmalige Veranstaltungen waren beispielsweise ein Pokerabend bei Maccabi oder die Verlängerung der Feier zur Unabhängigkeit Israels im Nachtclub «Babalu»; Clubs dieser Art sind zwar für ein breites, allgemeines Publikum offen, man sorgt in solchen Fällen jedoch dafür, dass beispielsweise hauptsächlich israelische Popmusik aufgelegt wird. Mangels eines festen formellen Mitgliedsbestandes und somit ohne die Möglichkeit, etwa über Mitgliedsbeiträge, die gemäß Satzung ausdrücklich möglich sind, ein minimales Finanzvolumen zu erreichen, unterstützen diverse Abteilungen der IKG München die eine oder andere Aktivität des Verbandes. Dazu erklärt Livni, dass für die drei bis vier größeren Veranstaltungen pro Jahr, etwa der alljährlichen Chanukkaparty, Gesamtkonzepte und Kalkulationsvorschläge vorgelegt werden müssen, auf deren Grundlage dann Zuschüsse ausgehändigt werde. Darunter fiel für das vergangene Jahr, in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum der IKG, auch der Purimball unter dem Motto «Asien» mit über 160 Teilnehmern aus ganz Bayern.
Lingua franca ist Deutsch Livni und Dobrovinsky sind sich einig, dass die Lingua franca bei sämtlichen Veranstaltungen des VJSB die deutsche Sprache ist, selbst wenn die überwiegende Mehrheit der Mitglieder ursprünglich aus dem russischen Kulturbereich stammt. Nicht zu leugnen ist, stellt Dobrovinsky abschließend mit einem leichten Seufzer fest, dass die deutsch-jüdische Studentenorganisation – gewollt oder nicht – auch immer wieder politisch «für Israel herhalten» müsse. Bei Treffen mit Vertretern anderer konfessionell gebundener Hochschulverbände, wie beispielsweise dem Evangelischen oder Katholischen Hochschulbund, sei diese Thematik, die meist auf ein enormes Wissens- und Informationsdefizit der Fragenden hinauslaufe, kaum vermeidbar.
Jüdische Burschenschaften Jüdische Studenten waren vor allem in Deutschland schon sehr früh organisiert: So gründete sich 1886 eine erste reine Studentenvereinigung unter dem Namen «Viadrina» als Burschenschaft in Breslau. Dies wurde nach damaligem Zeitgeist vor allem deshalb notwendig, um die «Satisfaktionsfähigkeit» zu erlangen, nachdem Juden die Mitgliedschaft in regulären Burschenschaften und somit u.a. das Recht zu einem Duell, etwa in Österreich durch die Waidhofener Beschlüsse von 1896, untersagt war: «In vollster Würdigung der Tatsache, dass zwischen Ariern und Juden ein so tiefer moralischer und psychischer Unterschied besteht, und dass durch jüdisches Unwesen unsere Eigenart schon so viel gelitten, in Anbetracht der vielen Beweise, die auch der jüdische Student von seiner Ehrlosigkeit und Charakterlosigkeit gegeben und da er der Ehre nach unseren deutschen Begriffen völlig bar ist, fasst die heutige Versammlung deutscher wehrhafter Studentenverbindungen den Beschluss: „Dem Juden auf keine Waffe mehr Genugtuung zu geben, da er deren unwürdig ist“». Unter vielen jüdischen Studenten setzte sich ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein gewisser Ehrenkodex durch, indem fast jede antisemitische Äußerung eines nichtjüdischen Studenten mit einer Säbelforderung zu beantworten war, was einigen jüdischen Verbindungen alsbald den Ruf besonderer Aggressivität einbrachte. Neben einem «Verein jüdischer Studenten » (Berlin 1895), später «Bund jüdischer Corporationen» (BJC, Berlin 1900), gab es auch frühe zionistische Gruppierungen wie die «Jordania» (München 1905), die sich alsbald im «Kartell Jüdischer Verbindungen» sammelten (KJV, ab 1900). Dies sollte zum Sammelbecken jüdischer Studenten werden, die «sich bewusst als Juden fühlen und bereit sind, die Entwicklung eines lebendigen Judaismus zu fördern». Als Organe waren Periodika wie «Der Jüdische Wille» oder «Der jüdische Student» zu verzeichnen. «Das KJV will seine Mitglieder zu Männern erziehen, die im Bewusstsein der nationalen Einheit der jüdischen Gemeinschaft entschlossen sind, für eine der Vergangenheit des Judentums würdige Erneuerung des jüdischen Volkstums einzutreten» (aus: «Der Jüdische Wille», 1. Jg., Heft 1, April 1918); von Frauen war damals noch wenig die Rede. Bereits im Juni 1933 jedoch wurden sämtliche Verbände, Vereinigungen oder Zusammenschlüsse jüdischer Studenten aufgelöst. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Neugründung der jüdischen Gemeinden in Deutschland organisierten sich alsbald auch wieder Studenten, beispielsweise 1947/48 in der «Vereinigung jüdischer Studenten in München», die sich nicht nur um die Studienberatung, sondern auch um Lebensmittelmarken kümmerte. Die 1957 gegründete «Vereinigung Jüdischer Studenten in Bayern» hatte, so ist es im «Neuen Lexikon des Judentums» nachzulesen, unter anderem «die Aufklärung über Israel, Sozialarbeit, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen » zum Ziel. Die Reihenfolge der genannten einzelnen Ziele spiegelt hier sicher die Prioritäten wider, die die damaligen, meist noch «auf gepackten Koffern sitzenden» Studenten vor Augen hatten: Nämlich Israel und somit die naheliegende Auswanderung an erster, gesellschaftliche Veranstaltungen für alle jedoch an letzter Stelle. Als «Vereinigung aller jüdischen Studenten in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin zu gemeinsamer wissenschaftlicher, politischer und kultureller Arbeit » gründete sich erst relativ spät, nämlich 1968, der Bundesverband Jüdischer Studenten in Deutschland (BJSD); die gesetzten Ziele waren seinerzeit die Bekämpfung kollektiver Vorurteile sowie jeder Form rassistischer, religiöser und politischer Diskriminierung, die Förderung demokratischer Überzeugung in Deutschland oder die Information über «jüdische und israelische Probleme». Folgende Verbände sind derzeit dem BJSD, der sich seit Juni 2005 Bundesverband Jüdischer Studierender in Deutschland e.V. nennt, angeschlossen: • Bund jüdischer Jugendlicher und Studenten in Köln (BJJSK) • Bund jüdischer Studenten Baden e.V. (BJSB, neu gegründet 2007) • Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen e.V. (JJSH) • Jüdische Organisation Norddeutscher Studenten e.V. (JONS, gegründet 1995) • Jüdischer Studentenverband Berlin (JSB) • Landesverband jüdischer Studenten in Baden (LJSB) • Jüdischer Studentenverband Stuttgart (SVS) • Verband Jüdischer Studenten in Bayern (VJSB) Seit etwas über einem Jahr, genau seit Januar 2011, gibt es auch «Studentim», die Jüdische Studierendeninitiative Berlin e.V. mit dem Zweck der «Vernetzung jüdischer Studierender und Absolventen, die in und um Berlin wohnen und zwischen 18 und 35 Jahre alt sind». Auf aus heutiger Sicht internationaler Ebene ist die bereits 1882 in Wien formierte zionistisch- jüdische Burschenschaft «Kadima» zu nennen, deren Mitbegründer Natan Birnbaum war, welcher schon 1890 (also vor Theodor Herzl) den Begriff «Zionismus» prägte. 1924 etablierte sich im belgischen Antwerpen die Weltunion jüdischer Studenten (WUJS) mit frühen Aktivisten wie Albert Einstein, Sigmund Freud, Simon Dubnow und Chaim Weizmann oder in späteren Jahren mit Amos Oz und Chaim Herzog. 1978 gründeten 34 nationale Verbände die European Union of Jewish Students (EUJS).
Namen sind kaum zu erfahren Allen deutschen Studentenverbindungen der letzten 60 Jahre scheint eines gemeinsam: Namen von Verbandsverantwortlichen sind kaum zu erfahren. Das ist ein großer Unterschied zu der Zeit von den Anfängen der Studentenverbände um 1900 bis in die Nazizeit. Während sich die Mitgliederlisten von damals wie ein Verzeichnis prominenter Juden lesen, geben die Internetseiten von heute genauso wenig Auskunft über heutige Mitglieder wie per E-Mail gestartete Anfragen an einzelne Verbände. Zahlen zur Mitgliederstärke in den einzelnen Verbänden früherer Jahre sind nicht erhältlich. Genauso scheinen die früheren Aktivitäten vieler Verbände geradezu ein Geheimnis zu sein; ganz abgesehen davon, dass der BJSD auf seiner Internetseite sein Archiv lediglich bis in das Jahr 2007 führt, als sei in den knapp 40 Jahre zuvor nichts passiert. Zudem wird der VJSB immer noch als «Vereinigung» statt als «Verband» aufgeführt. Die Öffentlichkeitsarbeit scheint demnach nur eine äußerst geringe Priorität zu besitzen. Die weitgehend anonyme Arbeit könnte dabei jedoch durchaus System haben: Quellen, die nicht genannt werden wollen und die sich ausdrücklich nicht auf den VJSB beziehen, berichten etwa vom «Verschwinden» mancher Geldbeträge und von «Klausurtagungen» von Vorstandsmitgliedern im Baltikum, womit natürlich einerseits eine Aktivität verzeichnet werden, gleichzeitig aber auch Urlaub auf Kosten des Zentralrates gemacht werden könne. Böse Zungen sprechen hier also von der Zweckentfremdung von Vereinsgeldern oder gar von Veruntreuung. Für München und den VJSB gilt jedenfalls, dass über die Zeit vor 2010 wenig und für die vor 2005 so gut wie nichts zu erfahren war. Prominente Münchner Gemeindemitglieder waren, selbst wenn sie vom Grundstudium bis zur Promotion in München studierten, nie im VJSB aktiv, weil sie offenbar nie von der Existenz eines solchen Verbands gehört hatten. Andere, sonst mit ausgezeichnetem Gedächtnis ausgestattet, können sich «leider» an nichts mehr erinnern oder sind für die Beantwortung einiger Fragen «aus Zeitgründen» nicht abkömmlich.
Es waren die «Macher» Einer der wenigen, die etwas zu erzählen haben, ist Awi Blumenfeld, ehemals Student der Geschichte und Politikwissenschaft in München. Er bestätigt, was letztlich schon zu erahnen war: Zumindest in Bayern, sicher stellvertretend für alle anderen Verbände, waren es stets einzelne «Macher», wie er es nannte, die den zuvor bisweilen über Jahre hinweg «toten», formell jedoch niemals aufgelösen, Verband immer wieder neu ins Leben riefen. Die IKG München, die in den Kriegswirren bis 1945 ihr komplettes Gemeindearchiv verlor, scheint nichts gelernt zu haben: Ein Archiv über die Stundentenvereinigungen ab 1947 gibt es laut Auskunft nicht. Gewiss, manche «Macher» sandten ihre Unterlagen an das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland in Heidelberg, andere wiederum lagern ihre nicht mehr aktuellen Leitz-Ordner in Kellern, womit ein Zugriff de facto jedoch unmöglich wird. Aber kann somit die Nicht existenz eines eigenen Archivs wie am Beispiel Münchens, etwa in Form von Kopien, erklärt werden? Eine Einsicht in ältere Satzungen des Verbandes war deshalb unmöglich, weil sich einfach niemand im heutigen VJSB verantwortlich zeigte – ältere Dokumente sind für die derzeit Verantwortlichen nicht greifbar. Ebenso war nicht herauszufinden, wann und wieso in Bayern aus der «Vereinigung» ein «Verband» wurde. Wurden die Verbände tatsächlich aufgelöst und «neu gegründet»? Zumindest im Internet ist nachzulesen, dass nach einer «Auszeit» von offensichtlich mehreren Jahren 2004 eine «Neugründung» des VJSB stattfand. Bei den Vorstandswahlen 2005 beispielsweise kamen Andry Bilyak, Robert Rojzman, Julia Schwarzberg und Moissej Sverdlik zum Zuge, später gefolgt von Raphael Salzer. Ähnliches kann über die Historie des Bundesverbands gesagt werden. Zwar gab es vor rund 30 Jahren einmal ein Verbandsorgan mit dem Titel «Chesbon» (hebr. für «Rechnung»), von dem zwischen 1980 und 1984 immerhin sieben Ausgaben zu verzeichnen sind. Und es ist bekannt, dass Michael Brenner, heutiger Leiter der Abteilung «Jüdische Geschichte und Kultur» an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, einige Zeit Vorstandsmitglied der BJSD war. Ob man sich allerdings heute weiterhin an die im Februar 2002 beschlossene Zusammenarbeit mit der Bundesleitung der Katholischen Jungen Gemeinde und dem Bundesvorstand der Muslimischen Jugend in Deutschland Verpflichtung hält, um «den multireligiösen Dialog auf allen verbandlichen Ebenen zu forcieren und zu unterstützen », blieb auf Anfrage unbeantwortet.
Beachtlicher Erfolg Die letzte Mitgliederversammlung des VJSB fand am 15. Dezember vergangenen Jahres in einer Kellerbar im Hauptgebäude der Münchener Universität statt. Es dauerte eine halbe Stunde, bis nach offiziellem Öffnen der Türen rund 20 Menschen erschienen waren. Mit einem kostenlosen Begrüßungstrunk konnte diese Zeit angenehm überbrückt werden. Wie so oft stand bei der Veranstaltung der soziale Aspekt im Vordergrund: Man traf sich vor allem, um die «letzten Neuigkeiten» auszutauschen. Kurz nach halb acht begann schließlich die Veranstaltung, zu der zwischenzeitlich um die 50 Mitglieder erschienen waren, mit einem Vortrag von Judith Epstein-Kahner, selbst Mitglied im Vorstand der IKG München. Über den von ihr initiierten «Jüdischen Business-Club» soll Hochschulabsolventen der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden. Im Anschluss legten die fünf Vorstandsmitglieder allesamt einen kurzen Bericht über die vergangenen rund vierzehn Monate ab. Schließlich standen die Wahlen für einen neuen Vorstand an – für sämtliche Posten, die im Einzelverfahren und geheimer Wahl mit einfacher Mehrheit zu gewinnen waren, standen mit Ausnahme der Finanzen immer mehrere Kandidaten zur Verfügung. Als neuer Vorsitzender des VJSB wurde German Rubinstein (Student der Medizin) gewählt; ihn werden Dima Dobrovinsky (Verwaltung) und Lea Rajwich (Medizin / Finanzen) aus dem bisherigen Vorstand sowie Alice Brodski (Jura / Öffentlichkeitsarbeit) und Ariel Yaniv (Maschinenbau / Veranstaltungen) als neue Mitglieder begleiten. Sie alle sind Studenten, die gemäß der Satzung keiner jüdischen Gemeinde angehören müssen, eine Prüfung nach der Halacha fand nicht statt. Rubinstein beabsichtigt neben der Fortsetzung der bisherigen Projekte als erstes, das Wohnungsproblem für auswärtige Studenten in München in den Griff zu bekommen. Nimmt man die Zahl von zehn bis zwanzig Veranstaltungsteilnehmern nach der «Neugründung» als Basis, dann sind sieben Jahre später knapp 300 Mitglieder in der «Facebook»-Gruppe des VJSB ein beachtlicher Erfolg. |