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Shimon Peres 2. August 1923 Shimon Peres, geboren als Szymon Perski, stammt ursprünglich aus der polnischen Stadt Wischnewa, die heute zu Weißrussland gehört. 1934 wanderte seine Familie nach Tel Aviv aus, wo er die Geula-Schule, die Balfour-Schule und später auch noch die Ben-Shemen-Landwirtschaftsschule besuchte. Dabei lebte er auch im Kibbutz Alumot, wo er Sonya Gelman kennen lernte, die er 1945 heiratete und mit der er drei Kinder hat. Schon in seinen Jugendjahren wurden Peres’ politisches Ambitionen deutlich sichtbar. So wurde er Mitglied der marxistisch-zionistischen Partei «Mapai» und Generalsekretär der Jugendbewegung der israelischen Gewerkschaften. 1946 war er als Delegierter auf dem 22. Weltzionistenkongress zugegen. 1947 arbeitete er für David Ben Gurion in der Untergrundbewegung Hagana und kümmerte sich um die Organisation von Waffen und Personal. Nach der Staatsgründung Israels ernannte Gurion Peres zum Chef der Marine. Im Rahmen politisch-militärischer Arbeit für das israelische Verteidigungsministerium studierte er Verwaltungswissenschaften an der Havard University in den USA. Von 1952 bis 1965 übte er die Rolle des stellvertretenden Generaldirektors des Verteidigungsministeriums aus, zu dessen Staatssekretär er ein Jahr später avancierte. 1959 wurde er als Abgeordneter von Mapai, von der er später zur Arbeitspartei übertrat, in die Knesset gewählt. Neben vielen verschiedenen politischen Ämtern bekleidete er seit 1974 das Amt des Verteidigungsministers in der Regierung von Jitzhak Rabin. Ab 1977 stand Peres dann an der Spitze der Arbeitspartei. Zu seinen politischen Ansichten gehörte eine ablehnende Haltung gegenüber dem Krieg im Libanon. Auch vertrat er die Meinung, dass der Konflikt mit Palästina nicht militärisch gelöst werden könne. So organisierte er als israelischer Außenminister nicht nur 1985 den Rückzug der israelischen Einheiten aus dem Libanon, sondern führte auch 1993 die Verhandlungen nach dem Osloer Abkommen – trotz Intifada – mit PLO-Führer Yassir Arafat weiter fort. Aufgrund dieser Friedensgespräche wurden Arafat, Peres und Rabin 1994 gemeinsam mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Nach der Ermordung von Premierminister Rabin im Jahre 1995 übernahm Peres dessen Amt. 1996 ordnete er einen militärischen Gegenschlag gegen den Libanon an. Das Land hatte zuvor einen Raketenangriff auf den nördlichen Teil Israels durchgeführt. Durch den Beschuss durch die israelische Artillerie kamen im Libanon zahlreiche Zivilisten ums Leben. Seit dem Jahr 2000 unternahm Peres mehrere Anläufe, um zum israelischen Präsidenten gewählt zu werden. Dabei trat er 2005 von der israelischen Arbeitspartei (Awoda) in die neugegründete Kadima über. Im Jahr 2007 verzichteten Reuven Rivlin (Likud) und Colette Avital (Awoda) auf die Möglichkeit, das Amt des Präsidenten zu erhalten, von dem Mosche Katzaw im selben Jahr zurückgetreten war. Dadurch wurde es Shimon Peres, das Amt des israelischen Staatspräsidenten, das er bis heute innehat, einzunehmen.
Dan Chalutz 7. August 1948 Dan Chalutz kam im israelischen Moschaw Chagor zur Welt. Nach der Schulezeit in Petach Tikwa und Holon trat er 1966 als Kadett in die Flugschule der israelischen Luftwaffe ein. 1968 schloss er seine Ausbildung zum Kampfpiloten ab und wurde zum Leutnant ernannt. 1969 war er einer der ersten Kampfpiloten, die im F-4 Phantomschwadron der Luftwaffe dienten. In der Zeit des ägyptisch-israelischen Kriegs von 1969 bis 1970 nahm Chalutz an 40 Flugeinsätze teil. Der Krieg, mit dem Ägypten die Zurückeroberung der Sinai-Halbinsel erreichen wollte, endete in einem Waffenstillstandsabkommen. Zwar trat Chalutz kurz nach dem Krieg aus Armee aus, wurde aber wegen des ägyptisch-syrischen Überraschungsangriffs, auch Jom-Kippur-Krieg genannt, 1973 wieder in den aktiven Dienst zurückgeholt. Im Zuge von 43 Flugkampfeinsätzen eliminierte er im «Kurvenkampf», bei dem ein Flugzeug versucht, hinter das Heck des Gegners zu kommen, drei gegnerische Flugzeuge. Danach diente er von 1978 bis 1982 als Reservepilot und wurde in der Verwendung der neuen F-16-Flugzeugs ausgebildet. 1984 erhielt er das Kommando über das «Phantom»-Schwadron. 1991 wurde er zum Kommandanten der «Hazor»-Airbase ernannt. 1993 folgte eine Beförderung zum Brigardegeneral, woraus sich 1995 die leitende Stelle als Stabschef des Hauptquartiers der Luftwaffe ergab. 1998 wurde Chalutz zum Generalmajor ernannte, ein Jahr später berief man ihn als Chef des Spezialeinsatzgeschwaders in den Generalstab der «Israel Defence Force» (IDF). Seit 2000 diente er als Kommandeur der Luftwaffe. Als solcher bewährte er sich als militärischer Führer während der Al-Aksa-Intifada. Im Jahr 2005 wurde er zum 18. Stabschef der IDF ernannt. Chalutz machte sich im Militär vor allem einen Ruf als geachteter Reformer. So erweiterte er die militärischen Kapazitäten um die Anschaffung von Flugdrohnen und trug so dazu bei, dass die Zahl der Unfälle bei der Luftwaffe sank. Im Zuge einer Tötungsmission im Jahre 2002 wurde der Hamas-Kommandant Salah Shahade getötet. Der Einsatz erfolgt durch die Luftwaffe und forderte auch zivile Opfer. Vom damaligen Premierminister Ariel Sharon erhielt er dafür Rückendeckung, international geriet er aber in die Kritik. Er selbst zeigte in einem Interview mit der Tageszeitung «Haaretz» keine Anzeichen von Reue: Er könne nach Flugeinsätzen gut schlafen, auch wenn dabei Zivilisten sterben, da er schließlich nur Befehle befolge. Deshalb gilt Chalutz bei seinen Kritikern als unsensibler Mensch, dem es an Moral fehle. Auf militärischer Seite lobt man Chalutz’ Verhalten gegenüber militärischen Untergebenen sowie seine Erfahrung. Als Ergebnis einiger militärischer Fehlentscheidungen im Libanonkrieg 2006 ersuchte der studierte Wirtschaftswissenschaften und Vater von drei Kindern den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert um seinen Rücktritt.
David Duchovny 7. August 1960 Als FBI-Agent Fox Mulder arbeitet er beim FBI, isst gerne Sonnenblumenkerne, spitzt Bleistifte an und jagt in der Serie «Akte X» Außerirdischen hinterher. Der US-Serien-Star David Duchovny wuchs in New York als Sohn von Margaret und Amran Ducovny auf. Seine Mutter, lutherischen Glaubens, arbeitete als Lehrerin, sein jüdischer Vater unter anderem als Publizist für das American Jewish Committee. In seinen Jugendjahren ging David auf die Grace Church School, später auf die Collegiate School in Manhattan. Danach begann er ein Studium in englischer Literatur an der Princeton University, welches er 1982 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Schon damals beschäftigte er sich leidenschaftlich mit Poesie und seinen Hobbies Basketball und Baseball. Zwar begann er noch einen Master an der Yale University, doch brach er diesen ab, um sich der Schauspielerei zu widmen. Bevor der sich selbst als «sexsüchtig» bezeichnende Duchovny mit Mystery- und Erotik-Serien erfolgreich wurde, musste er sich mit kleineren Rollen zufrieden geben. So trat er noch 1987 in einer Bierwerbung von Löwenbräu auf. Die erste richtige Rolle erhielt er in der US-Serie «Twin Peaks», in der er den Transvestiten Denise Bryson spielt, er als Agent der Anti-Drogen-Behörde DEA unterwegs ist. In der Erotikserie «Red Shoe Diaries» (1992 bis 1997) übernahm er die Rolle des Jake Winter, eines einfühlsamen Erzählers über sexuelle Begierde, Liebe und Betrug. Diese Rolle, die ihn allzu oft im Halbdunklen zeigte, führte schlussendlich in ein ebenso dunkles Engagement in der Sciencefiction-Serie «Akte X», in der er die Rolle des FBI-Agenten Fox Mulder übernahm. Zusammen mit Agentin Dana Scully (Gillian Anderson) sucht er nicht nur nach seiner von Aliens entführten Schwester, sondern geht auch fasziniert jeder anderen «paranormalen» Aktivität nach. «Akte X» gilt als eine der erfolgreichsten TV-Serien überhaupt und umfasst insgesamt neun Staffeln, die zwischen 1993 bis 2001 erschienen, wobei David in der neunten Staffel nicht mehr mitspielte. Die Rolle des Agenten übernahm er auch in den Filmen «Akte X – Der Film»(1998) und «Akte X: Jenseits der Wahrheit» (2008), die jedoch nicht allzu sehr erfolgreich waren. Nach seiner Zeit als Agent spielte er 2001 noch in den Komödien «Evolution» und «Zoolander» mit. Danach folgte eine längere Auszeit, die lediglich durch Gastauftritte unterbrochen wurde, etwa in «The Larry Sanders Show» oder «Sex and the City». David hat eine Tochter und einen Sohn, die aus der inzwischen geschiedenen Ehe mit Téa Leoni stammen. Seit 2007 spielt er die Rolle des Autors Hank Moody in der Serie «Californication». Auch darin haben Sex und schriftstellerische Arbeit eine tragende Rolle für den Protagonisten. Duchovny kann sich freuen jedoch auch daran erfreuen, dass die Serie ist so erfolgreich ist, dass sie nicht nur mit Golden Globe und Emmy Award ausgezeichnet wurde, sondern auch die ursprünglich geplanten drei Staffeln um eine vierte erweitert wurden.
Werner Nachmann 12. August 1925 Werner Nachmann, Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie, kam im badischen Karlsruhe zur Welt. Anfänglich besuchte er noch die Volksschule und das Helmholtz-Gymnasium, wo er jedoch immer mehr unter dem anwachsenden Antisemitismus zu leiden hatte. Aufgrund der immer offener auftretenden Judenverfolgungen während der Zeit des Nationalsozialismus entschied sich die Familie dann 1938 dazu, nach Frankreich zu flüchten. Hier besuchte der junge Werner Nachmann ein Gymnasium in Aix-en-Provence. Nach der Schulzeit war er im französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer aktiv, danach zog er als Offizier der französischen Armee gegen Deutschland in den Krieg. Als französischer Offizier kam er auch in das besiegte Deutschland zurück. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges zog er nach Karlsruhe zurück, wo er das einstige Familienunternehmen «Otto Nachmann» wieder aufbaute. Er erweiterte das Unternehmen um die Wiederverarbeitung von Textilien. 1954 übernahm er dann wieder die vollständige Leitung der Firma. Im selben Jahr begann er als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Karlsruhe seine Laufbahn als jüdischer Verbandsfunktionär. Politisch engagierte er sich in der CDU. 1961 wurde er Vorsitzender des Oberrates der Israeliten von Baden. Beide Ämter übte er bis 1988 aus. Schon während dieser Zeit entschloss er sich Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland zu werden. 1965 schaffte er es in das Direktorium des Zentralrates der Juden gewählt zu werden und wurde gleichzeitig als Vorsitzender des Rohstoffverbandes Baden-Württemberg tätig. Im Jahre 1969 avancierte er zum Vorsitzenden des Zentralrates der Juden und behielt den Posten bis 1988. Nachmann galt als bodenständiger Mensch, der sich vor allem darum bemühte, die deutsch-jüdische Aussöhnung voranzutreiben. Er forderte aber auch das Schuldeingeständnis der Deutschen an der Schoa ein. Zudem verbesserte er die Kommunikation von deutschen und jüdischen Institutionen. Nachmann wurde von jüdischer Seite für seine zurückhaltende, weil leise Diplomatie gegenüber Deutschland, die doch sehr auf den Ideen von «Wiedergutmachung» und Aussöhnung basierte, bisweilen scharf kritisiert. Vor allem bei jüngeren und aus Osteuropa stammenden Juden, die sich in Nachmanns Haltung eine reine Fortführung der Assimilation der Kaiserzeit sahen, stießen diese Positionen auf wenig Verständnis. Henryk M. Broder und Abraham Melzer etwa bezeichneten Nachmann aufgrund dessen als «Obermufti» des Zentralrats. Besonders heftig wurde Nachmann dafür kritisiert, dass er dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger öffentlich den Rücken stärkte, als dessen Verantwortung für mehrere Todesurteile, die er als Marinerichter im «Dritten Reichs» zu verantworten hatte, bekannt wurde. Nachmann bescheinigte Filbinger, der im Zuge der Affäre zurücktreten musste, beim Aufbau der Bundesrepublik «Hervorragendes» geleistet zu haben sowie eine tief verbundene Freundschaft. In den 1970er-Jahren bewirkte Nachmann in Karlsruhe den ersten Neubau einer Synagoge sowie die Gründung der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg. 1972 gehörte Nachmann dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele in München an. Für seinen Einsatz für die jüdisch-deutsche Aussöhnung und das friedliche Zusammenleben von Juden und Christen in der Bundesrepublik Deutschland wurde ihm 1986 der Theodor-Heuss-Preis verliehen. In den 80er-Jahren wurde der Rahmen für die Durchführung der Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer der Schoa geschaffen. Dabei fungierte der Zentralrat als Plattform für übergeordnete Stellen, die die Gelder international den Überlebenden zukommen ließen. Als Vorsitzender des Zentralrats hatte Nachmann nahezu die alleinige Kontrolle über die für Deutschland bestimmten Gelder. Nach seinem Tod wurde der Vorwurf geäußert, Nachmann habe in der Zeit von 1981 bis 1987 rund 30 Millionen Deutsche Mark in Form von Zinserträgen aus den Wiedergutmachungszahlungen in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Fall konnte niemals vollständig aufgeklärt werden, von dem Geld fehlt bis heute jede Spur, obwohl sich vor allem Nachmanns Nachfolger als Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, jahrelang intensiv darum bemühte, die Vorwürfe zu untersuchen.
George Soros 12. August 1930 Gegenwärtig belegt er mit einem Vermögen von 14 Milliarden US-Dollar Platz 35 im Forbes-Ranking der Milliardäre. Der ursprünglich als György Schwartz geborene George Soros kam als Sohn eines jüdischen Anwalts in Budapest zur Welt. Stets behielt er die Lebensweisheit seines Vaters vor Augen: Es ist besser, etwas zu riskieren, als gar nichts zu tun. Er überlebte die Wirren des Zweiten Weltkrieges und flüchtete 1946 vor der annähernden Roten Armee in den Westen, um im Jahre 1947 weiter nach England zu gehen. Hier studierte er an der Londoner School of Economics and Political Science Wirtschaftswissenschaften. Hier prägte ihn vor allem Karl Poppers Idee der «offenen Gesellschaft». Nach Beendigung seines Studiums emigrierte er 1956 in die USA, wo er als zunächst als Putzhilfe an der Wall Street arbeitete. Von da an begann seine steile Karriere als Hedgefonds-Manager. Nach und nach bekam er bessere Anstellungen bei Handelsbanken, wie F.M. Mayer (1956 bis 1959), Wertheim & Co. (1959 bis 1963) und Arnhold & S. Bleichroeder (1963 bis 1973). Dabei lernte er auch Jim Rogers kennen, mit welchem er 1969 einen Vermögensfonds aufkaufte und in «Quantum-Fund» umbenannte. Schon bald erwirtschafteten sie mit «Quantum-Fund», der zu einem Hedgefonds ausgebaut wurde, hohe Renditen durch das Risikogeschäft mit Währungen, Firmenanteilen und Aktien. Die Unternehmenssitze verlagerte Soros ins Ausland, um sie der Finanzkontrolle der USA zu entziehen. Ab 1979 begann er damit Stiftungen wie die Soros Foundation und den Open Society Fund im Ostblock zu gründen. Im Jahr 1992 gewann er 1,4 Milliarden Dollar, indem er durch Währungsgeschäfte mit dem englischen Pfund gegen die britische Zentralbank, diese in die in die Knie zwang. In den 90er-Jahren eignete sich Soros großflächig Grundstücke in Argentinien an und etablierte dort eine Rinderviehzucht. Er war ebenso der Mitbegründer der International Crisis Group (ICG). Ihm gehört auch die «Soros Fund Management LLC» und der 2001 aus verschiedenen Finanzunternehmen fusionierte «Quantum Endowment Fund». 2006wurde Soros wegen Insiderhandels in Frankreich zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 2,2 Millionen US-Dollar verurteil, was ungefähr seinem Gewinn aus dem Geschäft entsprechen dürfte. Soros veröffentlichte Bücher wie «Die Vorherrschaft der USA – eine Seifenblase» und gehörte zu den Kritikern der Regierung von George W. Bush. So äußerte er wiedererholt seinen Unmut über die politische Rhetorik Bushs, die ihn an die Wortwahl totalitärer Systeme erinnere. Aus der Ehe mit Annaliese Witschak stammen eine Tochter und zwei Söhne. Die Ehe hielt von Anfang der 60er bis fast Mitte der 80er-Jahre. In jüngerer Zeit kritisiert er vor allem Deutschland für dessen Finanzpolitik und Sparkurses, der die Staatsverschuldung minimieren soll. Damit würde Deutschland die Mitgliedsländer der Europäischen Union in eine Deflation treiben. Soros gilt nicht nur als erfolgreicher Hedgefonds-Manager, der sich für eine offene Gesellschaft einsetzt, sondern auch als spendabler Unterstützer von sozialen Projekten in der ganzen Welt.
Ephraim Kishon 23. August 1924 Satiriker im Nahen Osten? Aber sicher! Zum Beispiel Ephraim Kishon. Der verkaufte seine Bücher weltweit 43 Millionen Mal. Davon entfallen allein rund 33 Millionen auf die Bundesrepublik Deutschland. Dabei fing Kishon ganz klein an und zwar nach seiner Geburt am 23. August 1924 in Budapest. Damals hieß er noch Ferenc Hoffmann. Die Familie konnte weder Hebräisch noch Jiddisch sprechen, dafür waren sie ungarische Patrioten. Sein Vater Dezsö verdiente als Bankdirektor sein Geld und seine Mutter Elisabeth war zeitweise seine Sekretärin. Kishons einziger Bezug zum Judentum soll seine Bar Mitzwa gewesen sein, doch schon in der Schulzeit beschäftigte er sich mit dem Schreiben und gewann sogar den ersten Preis des ungarischen Novellenwettbewerbs für Mitschüler. Aufgrund der auch in Ungarn geltenden Rassegesetze konnte er nach seinem Abitur 1941 kein Studium beginnen, weswegen er sich für eine Lehre als Goldschmied entschied. Das Eskalation der politischen Lage in Europa und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bedeuteten auch für Kishon, dass von seiner einst 20-köpfigen Familie nur seine Eltern und die Schwester überlebten. Nach dem Krieg studierte er an der Budapester Akademie für Metallskulptur, worauf ein Diplom in Metallbildhauerei und Kunsthistorik folgte. 1946 heiratet er Eva Klamer. Aus der Kriegzeit stammt eine Satire, die das nationalistische System der Ausgrenzung und Verfolgung parodiert. Daraus entwickelt er seinen Roman «Mein Kamm», der ihm eine Anstellung beim Satiremagazin «Ludas Matje» einbrachte. 1949 wanderte er nach Israel aus. Zu seinem bekannten Namen kam Ephraim Kishon durch die gewissenhafte Arbeit eines israelischen Einwanderungsbeamten. Eigentlich bestand Kishon auf den Namen Ferenc Kishont, doch der Beamte war anderer Meinung und änderte den Namen eigenmächtig. Vorerst lebte er mit seiner Frau im Durchgangslager Maabara, wo er «Sallach Shabati» schrieb. Danach folgte 1950 das Kibbuz Kfar Hachoresch. 1951 erschien sein Buch «Der Neueinwanderer, der uns auf die Nerven geht». Im selben Jahr erlernte er intensiv die hebräische Sprache. Der Lohn für diese Mühe ließ nicht auf sich warten: Von der Zeitung «Omer» ging es 1952 zu «Maariv», wo er unter dem Peseudonym Lämmchen 30 Jahre lang täglich Glossen schreiben konnte. 1953 erregte er mit der Satire «Der Schützling» öffentliche Aufmerksamkeit, da diese die Beamtenkorruption im Staate Israel aufs Korn nahm. 1957 trennt sich Eva von Kishon, der 1959 die «beste Frau der Welt» kennen lernt: Sara Lipovitz. Großen Erfolg erreicht der Autor mit dem Buch «Look Back Mrs. Lot» (1964) und seinem selbstgegründeten Tel Aviver Theater «Die Grüne Zwiebel». 2002 verstarb Sara und im Jahr 2003 heiratete er Lisa Witasek. Kishon gilt als begabter Schriftsteller und Regisseur von Satiren wie: «Arche Noah, Touristenklasse» (1963), Filmen wie «Der Blaumilchkanal» (1969) oder Theaterstücken wie «Der Betrüger» (1967). Kishon starb am 29. Januar 2005 in der Schweiz.
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