Ein Nein an Dagmar Reim!

 

Die Intendantin des Rundfunks Berlin- Brandenburg (RBB), Dagmar Reim, hat jüngst bekannt gegeben, dass der RBB Radio Multikulti einstellen wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Radio Multikulti meinen: Es gibt keinen vernünftigen Grund, Radio Multikulti einzustellen, aber viele gute Gründe, das Programm zu erhalten und weiter zu entwickeln. Wir dokumentieren den Aufruf in Auszügen:

Radio Multikulti [...] ist weder Ausländerradio noch Integrationskuschelfunk: [es] zeigt den Alltag der Einwanderermetropole Berlin, wie er ist: mal schön, mal hässlich, mit großartigen Kulturleistungen genauso wie mit erbittertem Streit. [...]

Radio Multikulti ist kein Nischenprogramm, sondern trägt Impulse und Themen auch in die anderen RBB-Programme. [...]

Das Aus würde keine Stärkung [des] Querschnittsthemas Integration bedeuten, sondern [...] seine Schwächung.

Radio Multikulti [...] ist Entdecker, Partner und Förderer von unzähligen Musikern, Labels und Veranstaltern [...], die jenseits kultureller Grenzziehungen leben und arbeiten. Mit Radio Multikulti verliert eine wirtschaftlich und kulturell lebendige Szene ihr Zentrum in Berlin. Für den einmaligen Mix aus regionaler und globaler «Welt»-Musik gibt es keinen Ersatz. [...]

Hier arbeiten Kollegen und Kolleginnen aus über 30 verschiedenen Ländern [...] Bei Radio Multikulti werden junge Journalistinnen und Journalisten mit Migrationshintergrund gefördert und ausgebildet [...]. Dieses Potential aufzugeben ist ein medien- und gesellschaftspolitischer Rückschritt. Die geplante Einstellung [...] bringt finanziell nicht viel. [...] Das Ende [...] spart [...] etwa ein Prozent des gesamten RBB-Etats.

[...] Radio Multikulti ist integrativer Bestandteil einer weltoffenen, zukunftsorientierten Berliner Medienund Kulturszene und trägt aktiv zur Verbreitung eines positiven Images der deutschen Hauptstadtregion bei.

[...] Radio Multikulti ist der wahrnehmbare, täglich verfügbare Ausdruck einer Lebenshaltung: weltoffen, tolerant, neugierig und geprägt vom gegenseitigen Respekt.

[...] wir sind überzeugt: Solange die Bundesregierung Integrationsförderprogramme in Auftrag gibt, solange Politiker händeringend für ein «Tolerantes Brandenburg» werben, solange Berliner Lehrer sich tagtäglich mit Ausländer- und Deutschenhass herumschlagen ... - kurzum solange Respekt und Toleranz nicht wirklich Alltag in Berlin und Brandenburg sind - solange muss es Radio Multikulti geben. Täglich. Öffentlich-rechtlich und aus Berlin.

 

Die Redaktion der Jüdischen Zeitung unterstützt diesen Aufruf. Gerne schicken wir Ihnen den kompletten Wortlaut des Papiers zu.

Rufen Sie uns an: 030/26 94 74 50. Lassen Sie uns außerdem wissen, was Sie über die Schließung von Radio Multikulti denken.

Schicken Sie uns Ihre Meinung per Post oder E-Mail (jz@wernermedia.de). Wir werden Ihre Stimmen gesammelt an die RBB-Intendantin Dagmar Reim übergeben.

JZ

«Jüdische Zeitung», Juni 2008